Das Hamelner Albert-Einstein-Gymnasium kann sich bei der diesjährigen Prämierung des Europäischen Schulwettbewerbs gleich über drei Hauptpreise auf Bundesebene freuen: Ariana Mirzadeh aus der Klasse 10B erhielt für ihre schriftliche Arbeit zum Thema „Klima in Europa“ den Bundespreis mit der Auszeichnung „Beste Arbeit“ in der Kategorie Text im gesamten Modul 3 (8.-10. Klasse bzw. 14 bis 16 Jahre).

Verbunden ist die Auszeichnung mit einer Trophäe sowie einem Geldpreis im Wert von 100 €. Für ihre multimediale Darstellung des Themas „Das gemeinsame Haus Europa“ (Bild) erhielten Marit Heinze (Jg. 12) und Florian Zang (Jg. 11) eine Reise auf Einladung der Bundeskanzlerin oder des Bundestagspräsidenten an ein bedeutsames Ziel. Zudem erhalten Heinze und Zang auch einen Bundes-Geldpreis im Wert von 80 €.

Betreut wurden die Preisträger vom Leiter der Europa-AG des Albert-Einstein-Gymnasiums, Cord Wilhelm Kiel. Ariana Mirzahdeh hatte eine umfangreiche Arbeit zum Thema „Klima in Europa“ verfasst und sich dabei insbesondere mit den aktuellen Problemen und Herausforderungen der Klimadebatte beschäftigt. Als Einzelarbeit fertigte die Schülerin fast so etwas wie eine Seminarfacharbeit, gestützt durch zahlreiche Quellen und Verweise, an. Marit Heinze, die bei der Preisverleihung des Vorwettbewerbs (siehe Beitragsbild) bereits von Jurymitglied Michael Thomas als „FC Bayern des Europäischen Wettbewerbs“ bezeichnet worden war, nahm zum sechsten Mal teil und gewann zum vierten Mal einen Bundespreis. Zusammen mit Florian Zang hatte die 17jährige, die seit kurzem auch dem Kreisvorstand der überparteilichen Europa-Union angehört, ein „Haus Europa“ aus einem großen Parlament und zwölf kleinen Gebäuden konstruiert. Das Ensemble zeigt insgesamt die Europaflagge, wobei jedes Gebäude mit Textzeilen und Bildern zu aktuellen europapolitischen Themen versehen ist. Jedes Thema wurde von Heinze und Zang zusätzlich schriftlich erläutert.

Auch auf Landesebene werden die drei erfolgreichen AEG-Schüler eine Auszeichnung erhalten, allerdings wurde die übliche Preisverleihung im Landtag aufgrund der Coronakrise abgesagt. Die Preise werden nun von den Schulen selbst übergeben. „Wir schauen, eine Möglichkeit bis zum Ende des Schuljahres zu finden, diese wirklich außergewöhnlichen Auszeichnungen in einem angemessen feierlichen schulinternen Rahmen durchzuführen“, hofft Schulleiter Sönke Koß, der mehr als glücklich über seine neue Dienststelle ist. „Es ist schon Wahnsinn, was hier so alles passiert und wie viele Lehrkräfte sich am AEG für großartige Projekte engagieren“. Dazu gehöre auch  die Europa-AG und die Koordination des Europäischen Wettbewerbs an der Hamelner Europaschule. „Wir nehmen seit Jahren mit vielen Schülerinnen und Schülern an diesem Wettbewerb teil, waren im vergangenen Jahr sogar landesweit die niedersächsische Schule mit den meisten eingereichten Arbeiten bei der Landesjury überhaupt“,  erläutert Cord Wilhelm Kiel. „Aber eine derartig qualitativ hochrangige Bepreisung hatten wir noch nie, das ist eine großartige Bestätigung unserer Arbeit“.

Der Europäische Wettbewerb hat am AEG eine wichtige Bedeutung. Er ist Voraussetzung zur Teilnahme an der Europa-AG – allerdings können auch Schüler außerhalb dieser am Wettbewerb teilnehmen – und der Europafahrt, die sich zu einem der Höhepunkte des Schuljahres entwickelt habe. „Leider mussten wir aufgrund der Corona-Pandemie die für dieses Jahr geplante Fahrt nach Zagreb absagen“, bedauert Sönke Koß, der wie viele andere Schulleiter immer noch auf eine Regelung der finanziellen Ausfälle durch Fahrtenstornierungen durch das Land wartet. Den „großartigen Erfolg“ seiner Schülerinnen und Schüler würdigt er dafür umso mehr: „Es war im Rückblick goldrichtig, das AG-Angebot am AEG auch in Zeiten hoher Abordnungsstunden fast unverändert aufrecht zu erhalten.“

Seit dem Bestehen der Europa-AG ist diese stetig angewachsen und inzwischen so begehrt, dass zum Teil zeitversetzt AG-Sitzungen stattfinden. Bis nach Hannover habe sich das Europa-Engagement in der Hamelner Nordstadt rumgesprochen: Im vergangenen Jahr besuchte der Arbeitskreis Europa der SPD-Landtagsfraktion die Schule und tauschte sich mit den Schülerinnen und Schülern der AG aus.

Der 67. Europäische Wettbewerb hatte Schülerinnen und Schüler in dieser europapolitisch schwierigen Zeit dazu aufgerufen, sich auf das Wesentliche der EU zu besinnen: EUnited – Europa verbindet. Die Resonanz darauf war erfreulich – 75.159 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich bundesweit. Preisvergabe und die Jurierung fanden unter erschwerten Bedingungen statt: Die 1.870 der Bundesjury eingereichten Arbeiten wurden digitalisiert, online begutachtet ausgezeichnet. Die besten – darunter auch die von Ariana, Marit und Florian – werden im jährlichen „Best of – Video“ und auf der auf der Website des Europäischen Wettbewerbs gewürdigt.